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Harmõn: Ein Studentenprojekt, das das Potenzial von recyceltem Kunststoff aufzeigt

Wie kann aus einer Idee für die Aufnahmeprüfung an der Universität ein vollwertiges Designmöbelstück entstehen? Die Geschichte des Projekts Harmõn, hinter dem der Student Matěj Majka von der Technischen Universität Brünn mit seinen Kommiliton:innen steht, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie recycelter Kunststoff neue Möglichkeiten in Sachen Design und Nachhaltigkeit eröffnet.

Von den Aufnahmeprüfungen zum professionellen Entwurf

Die Idee für ein modulares Tischsystem entstand ursprünglich als Teil des Portfolios für die Aufnahmeprüfungen an einer Universität in Schweden. Damals handelte es sich um kleine Holztische, die ineinander gesteckt werden konnten. An der Technischen Universität Brno entschied sich das Team jedoch, das Konzept professioneller umzusetzen – und wählte dafür ein ungewöhnliches Material.

Warum recycelter Kunststoff?

„Wir wollten etwas Minimalistischeres und Kühleres als Holz, das aber gleichzeitig stabil genug ist, damit die Teile beim Ineinanderstecken nicht brechen“, erklärt Matěj. Nachhaltigkeit war für das Team von entscheidender Bedeutung – sie zogen natürliche Materialien wie gepresste Sonnenblumen oder Hanf in Betracht, aber letztendlich setzte sich recycelter Kunststoff von Plastic guys durch.

Ein Material, das überraschte

Drei Eigenschaften waren für den Entwurf entscheidend: Festigkeit, Farbigkeit und Textur. Dank ihnen hielt das Möbelstück auch einer hohen Belastung stand, ohne auch nur einen einzigen Riss zu bekommen. „Die Textur wirkt eher wie Marmor oder Keramik als wie Kunststoff. Das hat uns sehr überrascht und passte zu unserem minimalistischen, aber künstlerischen Konzept.“

Herausforderungen und Freude bei der Herstellung

Der Prozess zeigte sowohl die Stärken als auch die Schwächen des Materials. Vor allem sein Gewicht und die Unmöglichkeit, die Platten mit Klebstoff zu verkleben, waren überraschend – die Verbindung musste mit Schrauben und Dichtungsmasse gelöst werden. Die Festigkeit und Flexibilität der Platten übertrafen hingegen alle Erwartungen: „Sie sind kein einziges Mal gebrochen, haben unerwartete Belastungen ausgehalten und sind zudem leicht zu reinigen.“

Wir bei Plastic guys sind bestrebt, die Arbeit mit unserem Material zu verbessern und zu vereinfachen, und das Problem des Verkleben der Platten gehört nun der Vergangenheit an. Wir haben unseren eigenen Klebstoff, der so gut hält wie Schrauben!

Reaktionen aus dem Umfeld

Die Muster beeindruckten nicht nur die Mitschüler:innen, sondern auch die Lehrer:innen und die Kommission. „Wir haben das Material von Plastic guys unseren Mitschüler:innen, Lehrer:innen und auch Bekannten und Freunden gezeigt. Ich würde sagen, dass bis zu einem gewissen Grad alle überrascht waren, dass es sich um recycelten Kunststoff handelt, insbesondere wegen der glatten Textur und Härte – viele Leute verglichen es mit Marmor. Und natürlich schätzten viele Menschen den nachhaltigen und ökologischen Faktor – das wird den Menschen wirklich immer wichtiger.“

Das Material der Zukunft

Matěj sieht in recyceltem Kunststoff ein Material mit enormem Potenzial: „Ich kann mir damit nicht nur Möbel vorstellen, sondern auch Fliesen, Wandverkleidungen oder sogar den Bau. Ich denke, dass seine Verwendungsmöglichkeiten viel vielfältiger sind, als wir uns heute vorstellen können.“

Das Projekt Harmõn zeigt auf schöne Weise, dass auch ein studentischer Entwurf die Grenzen des Designs erweitern und den Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft aufzeigen kann.